Dienstag, 24. April 2018

Pico Ruivo- über den Wolken...

Heute ist die Besteigung des Pico Rico, des höchsten Berges Madeiras (1861m), vorgesehen. Das Wetter ist wie die letzten Tage, es stürmt ziemlich heftig und in den Bergen hängt eine dicke graue Suppe. Immerhin regnet es bei Abfahrt um 9 Uhr nicht. Wir fahren etwa eine Stunde, hoch in die Berge. Nach kurzer Zeit schon wird das Wetter immer besser, blauer Himmel, Sonnenschein. Wir fahren durch schöne Wälder, dann wird es wieder grau und neblig und wir denken schon, wir hätten uns zu früh gefreut. Aber dann ist alles wieder gut und uns bieten sich tolle Ausblicke auf die Berge. Inzwischen sind wir schon über den Wolken. Der Startpunkt ist am Pico Arrieiro auf 1810m. Die Sonne scheint zwar, aber es ist sehr windig und kalt und so ziehe ich schon mehrere Schichten inklusive Regenhose als Windschutz an. Zur Not habe ich aber noch die Daunenjacke und Regenjacke im Rucksack 😂. Oliver meinte gestern, es könnte 3-10 Grad kalt werden und da war ich heute morgen etwas vorsichtig.
Die ersten 100 Meter ist es sehr windig, aber dann geht es. Das Panorama ist der Hammer! Die Berge sind schroff und steil, aber bunt bewachsen. Ein schöner Ausblick jagt den nächsten und die Kamera glüht nach kurzer Zeit. Wir laufen rauf und runter, der Weg ist gut angelegt und insgesamt nicht zu anstrengend. Nach einer Weile kommen wir zum ersten Tunnel, weswegen wir alle unsere Stirnlampen dabei haben. Die Tunnel sind künstlich angelegt, damit man hier "bequem" wandern kann. Mittags machen wir auf einem Vorsprung Rast, die Sonne scheint nach wie vor wolkenlos und wir genießen die Pause in grandioser Gegend. Oliver kündigt schon an, dass es ab hier warm wird, aber so ganz glaube ich ihm noch nicht. Doch nach kurzem Weg direkt in der Sonne werfe ich erst eine und vor einer sehr steilen Stahltreppe die zweite Schicht ab. Es ist sooo schön, das Wetter könnte absolut nicht besser sein! Wir laufen noch ca. 1 Stunde weiter, dann kommen wir zu einer unbewirtschafteten Hütte unterhalb des Gipfels. Dort machen wir Mittagspause und jeder besteigt autark die letzten Meter. Ganz oben ist der Ausblick dann nochmal einen Tick besser. Dieser Ausblick über die Berge und die darin hängenden Wolken... grandios!!! Um 14.30 Uhr steigen wir dann ab, wir haben noch 45 Minuten bis zu einem Parkplatz, wo wir wieder eingesammelt werden. In Santana machen wir noch einen Kaffeestopp und dann haben wir noch 1 Stunde Fahrt bis nach Sao Vicente.
Was für ein herrlicher Tag! Wir sind alle happy. Und auch unser Reiseleiter Oliver ist seit gestern aufgetaut. Er redet, antwortet, erklärt und scherzt sogar. Das ist deutlich sympathischer und macht mit so einem Reiseleiter doch noch mehr Spaß.
Um 17.30 Uhr sind wir an unserer neuen Unterkunft. Ich hatte die romantische Vorstellung von einem einsamen alten Landgut, aber es ist ein recht schickes Anwesen mit weiteren Gästen. Aber doch sehr schön.