Beim Frühstück setze ich mich mit dem Rücken zu dem großen Panoramafenster, denn das was man dort sieht, sieht nicht besonders schön aus. Es stürmt, regnet und ist grau. Um 9 Uhr treffen wir uns alle an der Rezeption und fahren dann mit zwei Taxen zuerst zum Supermarkt , um dort für unser Mittagspicknick einzukaufen. Danach fahren wir etwa eine Viertelstunde Richtung Ostkap und es schüttet die ganze Zeit wie aus Kübeln. Alles was ich an warmen Sachen und Regensachen dabei habe habe ich entweder an oder im Rucksack. Als wir am Parkplatz aussteigen, ist es extrem stürmisch, aber der Regen hat zum Glück gerade aufgehört. Schon auf den ersten paar Metern sind wir überwältigt von der schönen Landschaft, grüne Hügel, Lavafelsen, Meer. Superschön! Der Weg ist grundsätzlich gut zu gehen, aber teilweise sehr morastig, und der Schlamm klebt unter unseren Stiefeln fest, sodass wir alle zwischendurch mit "Absätzen" laufen. Schlimm sind die extremen Sturmböen, die uns immer wieder treffen und einem das Gefühl geben, dass man gleich abhebt und über die Klippen fällt. So schlimm ist es natürlich nicht, und wir gewöhnen uns dran. Aber an manchen Stellen ist es schon echt extrem. Trotzdem ist die Wanderung superschön, immer wieder tolle Ausblicke, ein Foto jagt das andere. Ich bin froh um meine 23 Schichten, die ich anhabe, und nach einer Weile ist mir tatsächlich sogar warm. Meine Daunenjacke ist noch nicht zum Einsatz gekommen (Wird sie an diesem Tag auch nicht mehr). Erst war es kritisch, ob wir bis ganz zum Ende, zum Cabo Sao Lorenco, laufen können, aber letztendlich ging es dann doch.
Nach dem Abstieg vom letzten Gipfel suchen wir uns eine einigermaßen windgeschützte Stelle, wo sogar zwei Picknicktische aufgestellt sind, um dort unser Picknick zu machen. Brot, Wurst, Schinken, Käse, Papaya, Kuchen. Lecker ☺. Die Gruppe harmoniert gut, das Tempo passt und die Stimmung ist super. Wir sind alle froh, dass das Wetter hält, das hätten wir heute morgen nicht gedacht. Unser Reiseleiter Oliver ist allerdings wieder so ne spezielle Nummer. Offenbar mag er nicht gerne sprechen, und auch nicht lachen. Die idealen Voraussetzungen, Reiseleiter zu sein... Na ja egal.
Nach der entspannten Rast machen wir uns wieder auf den Rückweg. Wir folgen dem gleichen Weg zurück, aber das macht überhaupt nichts, denn aus dieser Perspektive sieht wieder alles ganz anders aus. Kurz vor halb drei sind wir wieder am Parkplatz, wo uns die Taxis einsammeln und zurück zum Hotel bringen. Ich gehe noch mit Sabine, Andrea und Anne gegenüber im Café einen Kaffee trinken, denn wir haben bis zum Abendprogramm noch ausreichend Zeit. Dann freue ich mich aber doch auf meine Dusche.
Alles in allem war das ein gelungener Auftakt heute und ich freue mich schon auf die nächsten Tage.
Wie es aussieht, wird es doch wieder ein richtiger Blog 😉